Zur Vorgeschichte

 

In den Jahren 1954 bis 1958 wurden auf Anregung der Handwerkskammer Düsseldorf an den Kaufmännischen Unterrichtsanstalten der Stadt Essen zwei Lehrgänge für Handwerksmeister durchgeführt, die ihnen den Zugang zur Gewerbelehrerausbildung eröffnen sollten. Diese zweijährigen Lehrgänge vermittelten den erfolgreichen Teilnehmern die volle Hochschulreife. Aus diesem gemeinsamen Versuch erwuchsen nach dem Beispiel des 1954 gegründeten Oberhausener "Instituts zur Erlangung der Hochschulreife" die beiden Institute in Essen (in der Trägerschaft der Stadt) und in Düsseldorf (in der Trägerschaft der Handwerkskammer).

1958

 

Am 20.01.1958 beschließt der Rat der Stadt Essen die Errichtung des Städtischen Instituts zur Erlangung der Hochschulreife. Nach Genehmigung durch den Regierungspräsidenten in Düsseldorf wird das Institut am 01.04.1958 als Sproß der damaligen Kaufmännischen Unterrichtsanstalten in Essen-West in der Bärendelle 15 errichte. Deren Direktor, Dr. Wilhelm Koch, wird zum Leiter des Instituts bestellt. Mit 24 Schülern, die in der ersten Aufnahmeprüfung im Mai aus 150 Bewerbern ausgewählt wurden, beginnt am 01. Juni der Unterricht. Aufnahmevoraussetzung ist die " Fachschulreife", d.h.

 

- ein Berufsabschluß und

 

- der Abschluß der Berufsfach- oder Berufsaufbauschule

 

  oder der Realschulabschluß.

 

Alle Bewerber müssen die Aufnahmeprüfung ablegen; nur etwa ein Drittel erreicht wegen der begrenzten Kapazität die Aufnahme. In den ersten Jahrgängen finden sich viele Studierende, denen Krieg und Flucht die Entwicklungsmöglichkeiten beschnitten hatten. Sie nehmen eifrig das Angebot einer nachgeholten schulischen Bildung und die Chance zur Erlangung der Hochschulreife wahr. Den Lebensunterhalt müssen sie aus eigenen Ersparnissen bzw. Zuwendungen der Familie bestreiten. Unterhaltszuschüsse gibt es nur in einzelnen Fällen bei besonderer Bedürftigkeit u. Förderungswürdigkeit ( Begabtenförderung). Es studieren überwiegend Männer, nur wenige Frauen. Die ab 1959 zweizügige Schule führt damals in 4. Semestern zur Reifeprüfung. Der Unterricht wird in durchlaufenden festen Klassen nach den Stundentafeln und Lehrplanrichtlinien des Oberhausener Instituts organisiert. Zu Anfang unterrichten etwa zehn Lehrkräfte, Studienräte und Diplomhandelslehrer, die Studierenden in den Fächern Deutsch, Englisch, Latein und Mathematik ( jeweils 5-stündig), Volkswirtschaftslehre und Physik ( 3-stündig), Religion, Geschichte, Erdkunde, Soziologie und Biologie ( 2-stündig ). Die 36 Wochenstunden sind auf sechs Unterrichtsvormittage ( einschließlich Samstag ) verteilt. Nur die 5- und 3- stündigen Fächer sind Klausurfächer und Fächer der schriftliche Reifeprüfung. Für die Durchführung der Reifeprüfung gilt die Oberhausener   Vorläufige Reifeprüfungsordnung von 1955. Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache sind Pflichtfächer der schriftlichen Reifprüfung, viertes Fach ist wahlweise die andere Fremdsprache, Volkswirtschaftslehre oder Physik. Sport und musische Fächer werden als Arbeitsgemeinschaften angeboten.

1960

Das Institut löst sich von den Kaufmännischen Unterrichtsanstalten, die in die Sachsenstraße ziehen. Für einige Jahre bleibt es aber noch räumlich und personell mit dem Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Gymnasium der Stadt Essen verbunden, bis dieses dann 1965 ganz nach Borbeck verlegt ist. Das Lehrerkollegium verändert sich in diesen Jahren erheblich.- Im Rahmen seiner Bildungsaufgaben führt das Institut auch regelmäßig Studienfahrten im In- und Ausland durch.

1961

Die Ausbildungsdauer wird auf 5 Semester festgesetzt. Die Verlängerung löst langwierige Stundentafeldiskussionen aus.

1965

Im Zuge einer bundeseinheitlichen Regelung wird die Schulformbezeichnung " Kolleg " für die Institute zur Erlangung der Hochschulreife eingeführt; das Essener Institut wählt den Namen " Ruhr- Kolleg ".

1966

Biologie und Soziologie erhalten wie auch Erdkunde und  Chemie durch eine neue Stundentafel im 3. bis 5. Semester den Status von dreistündigen Wahlpflichtfächern. Physik und Volkswirtschaft bleiben zunächst Pflichtfächer. Nach besonderer Genehmigung können die Studierenden des Ruhr-Kollegs aber ab 1968/69  im 3. Semester ( und auch als viertes Abiturfach ) Biologie statt Physik und Soziologie statt Volkswirtschaftslehre wählen. - Die für 67 erwartete neue Reifeprüfungsordnung für Kollegs erscheint nie.

1968

Herr Dr. Koch tritt in den Ruhestand. Neuer Schulleiter wird Dr. Herbert Vennekohl, zuvor Lehrer am Abendgymnasium und am Westfalen-Kolleg in Dortmund. Inzwischen werden fast alle Studierenden nach dem " Honnefer Modell " mit Stipendien gefördert, nachdem die Anrechnung des Elterneinkommens bei der zweiten Ausbildung entfällt. Die meisten Bewerber kommen jetzt von der Realschule oder vom Gymnasium, das sie vorzeitig verlassen hatten. Das Ruhr-Kolleg besuchen ca. 200 Studierende.

1969

Im Vorfeld der gymnasialen Oberstufenreform wird an den Kollegs im 3. bis 5. Semester die " Schwerpunktbildung" eingeführt, die Physik und Volkswirtschaft nun endgültig unter die Wahlpflichtfächer einreiht. Das neue System besteht aus fünfstündigen Pflichtfächern (Deutsch, 1. Fremdsprache und Mathematik, dazu dreistündig Geschichte und zweistündig Religion ) und wählbaren dreistündigen " Schwerpunktfächern " ( Physik, Biologie, Chemie und Volkswirtschaft, Soziologie, Erdkunde; dazu die fünfstündige 2. Fremdsprache ). Unter drei zu wählenden Schwerpunktfächern muss ein naturwissenschaftliches Fach sein. Mit seiner Wahlkombination kann der Studierende in eigener Entscheidung einen natur- oder gesellschaftswissenschaftlichen bzw. einen sprachlichen Schwerpunkt setzen. Alle diese Fächer können - anders als zu der Zeit am Gymnasium - Fächer der schriftlichen Reifeprüfung  sein.

Eine Facharbeit in einem der Schwerpunktfächer kann an die Stelle der 4. Reifeprüfungsarbeit treten. Davon wird allerdings wenig Gebrauch gemacht ( wird später wieder abgeschafft ).

1970

Das Ruhr-Kolleg wird durch Entscheidung des Kultusministers dreizügig. Das haben Streiks und Demonstrationen der Studierenden bewirkt, die sich u. a. gegen die langen Wartezeiten bei der Aufnahme richteten. Wiederholt wirken in dieser Zeit politische und soziale Spannungen des schulischen Umfeldes als Nachwirkung der 68er Schüler- und Studentenbewegung in die Schule hinein und beeinträchtigen bisweilen die Arbeitsatmosphäre.

1971

In Kooperation mit der Volkshochschule Essen richtet das Ruhr-Kolleg einen Vorkurs in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik ein. Die VHS führt diese " Brückenkurse " als Abendkurse für das Kolleg durch. Die erfolgreiche Teilnahme berechtigt zur Aufnahme in das erste Semester und befreit von der Aufnahmeprüfung. Damit eröffnen sich für Bewerber ohne mittleren Schulabschluß bessere Chancen für einen Zugang zum Abitur über den Zweiten Bildungsweg. Die Studierendenzahl liegt in den siebziger Jahren um 340. Sie werden künftig nach dem BAföG gefördert.

1973

Herr Dr. Vennekohl wird pensioniert.

1974

Johannes Krieger übernimmt das Amt des Schulleiters.

1978

Das Ruhr-Kolleg bezieht das schöne Gebäude des ehemaligen preußischen Lehrerseminars an der Seminarstraße in Huttrop ( 1915  erbaut ), das die Stadt uns nach aufwendiger Renovierung und Ergänzung durch einen Erweiterungsbau in Etappen bis 1980 ganz übergibt.

1979

Auf Beschluß der Schulkonferenz wird nach Genehmigung durch den Regierungspräsidenten der Unterrichtsbetrieb auf die Fünftagewoche umgestellt.

1980

Wir beginnen mit der Aufnahme einer vierten Klasse jeweils zum Wintersemester. Damit wird bei Ausschöpfung der derzeitigen räumlichen Möglichkeiten die Wartezeit für Bewerber angemessen verringert. Die Studierendenzahl entwickelt sich auf  400 zu. Mehr als die Hälfte sind Frauen.

1982

Eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung tritt für die Kollegs in Kraft. Die Eignungsprüfung entfällt für alle Bewerber mit Fachoberschulreife. Der Bildungsgang dauert nun 6 Semester. Er wird in eine Einführungs- und Hauptphase gegliedert. In der das dritte bis sechste Semester umfassenden Hauptphase findet die Lernarbeit in Grund- und Leistungskursen statt. Die Regelungen für die Qualifikation zum Abitur entsprechen formal weitgehend denen der gymnasialen Oberstufe.

1984

bis 1988 werden Philosophie, Sport, Literatur und Informatik als neue Kursfächer eingerichtet. Die Entwicklung der Anmeldungen spiegelt die Arbeitsmarktprobleme wieder. Die beruflichen Aufnahmevoraussetzungen sind oft nicht voll erfüllt. Die Schulaufsicht wird immer häufiger  mit Anträgen auf  Ausnahmegenehmigungen befaßt. Die Studierendenzahl liegt im sechssemestrigen Endausbau bei 450. Ab den 80 er Jahren finden zahlreiche außerunterrichtliche allgemeinbildende Schulveranstaltungen für alle Studierenden und Lehrer statt, und zwar u.a. im Rahmen der Breitenarbeit und Philharmonie der Stadt Essen und der Städt. Bühnen. Angeboten werden Aufführungen und in Verbindung mit der Landeszentrale für Politische Bildung Podiumsdiskussionen.

1992

wird der Grundstein für die Kindertagesstätte auf dem Gelände des Ruhr-Kollegs gelegt. Etwa die Hälfte der 50 Plätze der Kita sind vorgesehen für Kinder von Studierenden des Ruhr-Kollegs.

1993

Übernahme des Kindergartens durch die AWO und Eröffnung.

1994

OStD Johannes Krieger tritt in den Ruhestand. Seit dem WS 94/95 wird die Beratung und Aufnahme von Interessenten auf hauseigene Beraterteams übertragen.

1995

OStD Dr. Rolf Dieler übernimmt das Amt des Schulleiters. Seit dem SS 95 erweitert sich das Lehrangebot im 2. Semester um das fächerübergreifende, themengebundene Unterrichtprojekt Ökologie in Verknüpfung der Fächer ek, bi, ch, pi sowie py. Mit der Erwachsenenbildungsstätte Komvux ( Schweden ) in Kalmar begründet das Ruhr-Kolleg eine Partnerschaft, die in der Folge zu wechselseitigen Besuchen führt.

1996

Seit dem SS erweitert sich das Fremdsprachenangebot in Form von Arbeitsgemeinschaften um die Fächer Altgriechisch, Russisch und Niederländisch. Im September wird der gemeinnützige Förderkreis am Ruhr-Kolleg gegründet. Seither finden regelmäßige Treffen der  Ehemaligen statt im Rahmen des alljährlichen Sommerfestes. Mit Beginn des WS 96/97 kann das Ruhr-Kolleg in das NW-Projekt " Schulen ans Netz " eingebunden werden. Der freie Internet-Zugang ermöglicht neue Wege der Unterrichtsgestaltung nicht nur in Informatik.

1997

Seit dem SS 97 bildet sich am Ruhr-Kolleg eine weitgehend von Studierenden getragene Medien-AG. In der Folge entstehen zahlreiche PR-Aktivitäten, u. a. regelmäßige Bürgerfunk-Beiträge über aktuelle Belange unserer Einrichtung. Im WS 97/98 findet erstmals ein Angleichungslehrgang statt in den Fächern de, ma, en für Studierende, die das 1. Semester in einem Wiederholungsdurchlauf absolvieren möchten.

1998

Im SS 98 wird ein Teil des Wahlangebots für das 1. Semester erstmalig ersetzt durch klassenübergreifende Stützkurse in den Fächern de, ma, und en. Ab dem  SS 98 erweitert sich das Brückenkursangebot der VHS um einen in Recklinghausen stattfindenden Vorkurs des Ruhr-Kollegs. Beteiligt ist das AG Gelsenkirchen. Gleichzeitig werden die VHS in Bochum und Velbert Kooperationspartner in Fragen der Bildungsberatung für Interessenten des Ruhr-Kollegs. Im Rahmen der curricularen Optimierung der Fächer des Aufgabenfeldes III entsteht ein abgestimmtes Lehrkonzept mit fächerverbindendem Gehalt.

1999

Im Schuljahr 1999 wird zum ersten Mal der Angleichungslehrgang angeboten, der schon während des ersten Semesters betroffene Studierende in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und 2. Fremdsprache individuell fördert und somit bei der Wiederholung des 1. Semesters die Startbedingungen verbessern soll.

Die hauseigene Cafeteria ist durch die tatkräftige Unterstützung des Hausmeisterehepaars ein beliebter Treffpunkt in den Freistunden und Pausen für Studierende und Lehrer geworden.

Die Computer im Informatikraum sind mittlerweile vernetzt, so dass man sich mit jedem Computer ins Internet einwählen kann. Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass gerade das Angebot "Internet" von den Studierenden stark nachgefragt wird und die Schule sich damit den neuen Herausforderungen stellt.

2000 

Zum neuen Jahr bietet das Ruhr-Kolleg eigene Vorkurse an, um Kenntnisse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch aufzufrischen , Lücken zu schließen und innerhalb eines Semesters auf den regulären Abiturlehrgang vorzubereiten.

Mittlerweile macht sich auch beim Ruhr-Kolleg der Altersdurchschnitt der Lehrer bemerkbar, so dass alleine in diesem Jahr zwei verdiente Lehrer in den Ruhestand wechselten.

2001 

Auch in diesem Jahr gingen wiederum 5 Kollegen und Kolleginnen in den Ruhestand. Gleichzeitig wurde die sich auftuende Lücke durch neue Kollegen gefüllt, so dass insgesamt eine "Verjüngung" des Kollegiums stattfand. Parallel dazu wuchs das Interesse an dem Weiterbildungskolleg der Stadt Essen -Ruhr-Kolleg- , wie die Schule nun offiziell genannt wird. Die Anmeldezahlen stiegen kontinuierlich an, so dass die Zukunft des "Ruhr-Kollegs" gesichert scheint.

2002 

Zu Beginn des Jahres konnten wir den neuen Informatikraum "einweihen", der nach den neuesten Standards eingerichtet wurde. Nun stehen uns insgesamt 16 vernetzte Geräte zur Verfügung, ebenso wie ein T-DSL-Anschluß, der die Möglichkeiten des Internets eröffnet. Zusätzlich wurde mit der Vernetzung weiterer Räume begonnen.

Aber auch das Schulgebäude wurde überarbeitet, neue Fenster, neue Farbe und weitere Modernisierungsmaßnahmen lassen die Schule jung erscheinen.

Aufgrund der neuen Ferienordnung wird das jährlich stattfindende Schulfest auf die Zeit vor den Sommerferien verschoben.

Erster Besuch von NS-Zeitzeugen am Ruhr-Kolleg:
Im Rahmen des Besuchsprogramms der Stadt Essen kommen sechs ehemalige NS-Zwangsarbeiter aus der Ukraine ans Ruhr-Kolleg und berichten Studierenden der Geschichtskurse des 4. und 5. Semesters von ihren Erfahrungen in NS-Diktatur und Zweitem Weltkrieg.
Bis zum Ende des städtischen Besuchsprogramms im Jahre 2008 finden am Ruhr-Kolleg regelmäßig einmal im Jahr Zeitzeugenveranstaltungen mit unterschiedlichen Gruppen statt, die bei den Studierenden auf großes Interesse stoßen.

 

2003 

Beginn des Einsatzes von „Foreign Language Assistants" am Ruhr-Kolleg:
Neil Barker ist der erste britische Student, der im Rahmen seines Deutsch-Studiums für ein Austauschjahr ans Ruhr-Kolleg kommt, um die Englisch-Lehrer als „Native Speaker" im Unterricht zu unterstützen und Konversationsgruppen zu leiten. Das Programm wird von Frau Dr. Lotfi als Tutorin betreut. Die Assistenten erhalten einen festen Stundenplan für ihre Konversationsstunden, die sie eigenständig im Raum der Lehrmittelsammlung oder zusammen mit den Lehrern in den Klassenräumen durchführen.

Im Juni dieses Jahres führt Frau Klein mit ihren Biologiekursen erstmals eine mehrtägige Paddeltour auf der Ruhr durch, die seitdem fester Bestandteil des Exkursionsprogramms ist. Die Route führt von Hohensyburg bis nach Kupferdreh, übernachtet wird Bootshäusern am Fluss.

 

2004 

Beginn des DELF-Programms:
Für die Fachschaft Französisch bietet Frau Römer erstmals die Vorbereitung auf Sprachdiplome an, die europaweit für Bewerbungen und verschiedene Studiengänge genutzt werden können.

Regelmäßige Studienfahrten nach Paris:
Für Studierende des Fachs Französisch wird seitdem jedes Jahr eine Studienfahrt nach Paris durchgeführt. Dieses Angebot wird begeistert angenommen.

2005 

Studienfahrt des 4. und 5. Semesters nach Auschwitz und Krakau in Polen:
Die Leistungskurse Geschichte von Frau Dr. Lotfi und Frau Bessen sowie Soziologie von Herr Richardt besuchen im Mai des Jahres die Gedenkstätten Auschwitz und die alte polnische Königsstadt Krakau. Zur Vorbereitung der Fahrt werden im Frühjahr des Jahres auch einige auswärtige Gäste zu Vorträgen an die Schule eingeladen, beispielsweise Frau Dr. Grabe, die über die Entwicklung des deutsch-polnischen Verhältnisses referiert.
Die Finanzierung der mehrtägigen Gedenkstättenfahrt wird durch eine großzügige Zuwendung der Essener Firma Heinrich Deichmann-Schuhe erst möglich gemacht.

Nach der Gedenkstättenfahrt findet auf Initiative von Studierenden des LK Geschichte von Frau Bessen eine Vortragsveranstaltung mit Herrn Dr. Nathan Kellermann zum Thema „Trauma und Geschichte" statt.
Herr Dr. Kellermann ist Psychologe und Mitbegründer sowie ehemaliger Direktor von AMCHA, dem nationalen israelischen Zentrum zur psychosozialen Betreuung von Holocaust Überlebenden und deren Kindern.
In seinem Vortrag beleuchtet er das wechselseitige Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft und wie sich individuelle Shoah-Traumatisierung in gesellschaftlicher Erinnerung, Kultur und Politik in Israel niederschlägt.

2006 

in Vorbereitung

2007 

 

Beginn des Cambridge-Programms:

Analog zum DELF-Programm der Fachschaft Französisch bietet Frau Derstappen von der Fachschaft Englisch erstmals die Vorbereitung auf die Prüfungen für die Sprachzertifikate der University of Cambridge (FCE und CAE) an, die als Sprachnachweise international von Wirtschaft und Universitäten anerkannt werden. Seitdem legen regelmäßig Studierende des Ruhr-Kollegs erfolgreich diese externen Prüfungen ab.

2008 

 

Im Mai hält Herr Dr. Gerhard Heywang, pensionierter Chemiker der Bayer AG in Leverkusen, in der Aula einen Experimentalvortrag über alkoholische Gärung und Kohlendioxid am Beispiel des Sekts. Die Veranstaltung wird von allen Chemiekursen der Qualifikationsphase besucht.

 

Das Ruhr-Kolleg feiert am 6. September sein 50jähriges Jubiläum mit einem großen Schulfest, zu dem neben aktuell Lehrenden und Studierenden auch zahlreiche Ehemalige, wie der ehemalige Schulleiter Herr Krieger, sowie geladene Gäste von Stadt, Bezirksregierung und Nachbarkollegs erscheinen.

 

In einer gemeinsamen Feierstunde in der Aula der Schule sprechen Frau Lenkaitis, Dezernentin des ZBW in Düsseldorf, und Bürgermeister Kleine-Möllhoff als Vertreter des Schulträgers Grußworte und gratulieren zum runden Jubiläum. Herr Allport, Sprecher der Ringe der Kollegs und ehemalige Lehrkraft der Schule, hält eine launige Festansprache.

 

Im Laufe des Nachmittags stellen sich die Fächer des Ruhr-Kollegs mit diversen Präsentationen vor. Eine eigene Filmproduktion, Lesungen, Theateraufführungen und eine Plakat-Ausstellung über die fünf Dekaden der Schulgeschichte runden das vielseitige Angebot ab. Abends kommt auf dem Schulhof bei fetziger Musik, kühlen Getränken und gegrillten Leckerbissen beste Feierstimmung auf.

 

Im Jubiläumsjahr nimmt das Ruhr-Kolleg erstmals erfolgreich am NRW-Zentralabitur teil, ein Jahr später als die Gymnasium und Gesamtschule. Die Durchführung der zentralen Prüfungen, die sich nun über etliche Tage hinziehen, erfordert einigen organisatorischen Aufwand.

2009 

 

Studienfahrten der Leistungs- und Grundkurse Englisch des 4. Semesters von Frau Dr. Lotfi und Frau Derstappen nach Edinburgh, Schottland, und der Leistungskurse Englisch und Mathe des 5. Semesters von Frau Bach und Frau Hanslik nach Dublin, Irland.

2010 

Anfang des Jahres findet wieder eine einwöchige Skisportveranstaltung unter Leitung von Frau Tarbiat und Frau Kaiser statt.

Der LK Geschichte von Frau Bessen macht im Mai eine mehrtägige Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald bei Weimar. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit Buchenwald als historischem Ort steht auch die Erkundung der ehemaligen Kulturhauptstadt Weimar auf dem Programm der Studienfahrt. Auch dieses Projekt wird durch eine Zuwendung der Essener Firma Heinrich Deichmann Schuhe unterstützt und damit für die Studierenden finanzierbar.  

Auf dem Fußballturnier der Kollegs in Dortmund holt die Auswahl des Ruhr-Kollegs den Pokal und wird damit traditionsgemäß im nächsten Jahr Gastgeber in Essen sein.

Im September findet in Kooperation mit dem Deutschlandinstitut der Ruhr-Uni Bochum eine semesterübergreifende Zeitzeugen-Veranstaltung für Studierende des Faches Geschichte zum Thema „Gewalt, Verfolgung und Freiheitskampf bezeugen" statt. Gast ist DDR-Zeitzeuge Dieter Rother, selbst auch ehemaliger Absolvent des Ruhr-Kollegs, der den Studierenden über seine Erfahrungen mit politischer Verfolgung und Haft in der Anfangszeit der ehemaligen DDR berichtet, bevor er 1954 im Rahmen einer allgemeinen Amnestie für politische Häftlinge vorzeitig entlassen wird und in den Westen flüchten kann.

2011 

 

Start des Projekts UNI TRAINEES :

In Kooperation mit dem Akademischen Beratungszentrum Studium und Beruf (ABZ) der Universität Essen-Duisburg bietet eine Gruppe von vier Lehrkräften außerhalb des Unterrichts erstmals Seminare für alle Studierende vom 2. bis 5. Semester an, die sich umfassend mit den Herausforderungen der nachschulischen Studien- und Berufswahl auseinandersetzen wollen. Die insgesamt acht Module beschäftigen sich mit allen wichtigen Schritten auf dem Weg zu einer fundierten Studienwahlentscheidung und Vorbereitung auf den akademischen Alltag an den Universitäten. Aber auch Studierende, die noch nicht wissen, ob sie studieren wollen, können in den Seminaren Orientierung und Entscheidungssicherheit erhalten. 

 

Studienfahrten:

Im Juni unternimmt der LK Deutsch des 4. Semesters von Frau Römer eine mehrtägige Studienfahrt nach Berlin, während der LK Englisch von Frau Derstappen nach Hamburg fährt, wo sich die Studierenden schwerpunktmäßig mit den deutschen Auswanderern nach Amerika beschäftigen. 

 

Am 18. Juli richtet das Ruhr-Kolleg das Fußballturnier der NRW-Weiterbildungsbildungskollegs aus. Organisiert wird die Sportveranstaltung von Herrn Krausch, der auch die Schulauswahl trainiert hat. Der Siegerpokal geht diesmal an die Spieler des Westfalen-Kollegs Paderborn, Zweite wird die Mannschaft des Westfalen-Kollegs Bielefeld. Das Team des Ruhr-Kollegs kommt auf den dritten Platz.

 

2012 

 

Seit einiger Zeit gibt es am Ruhr-Kolleg eine TheaterGeh AG für Studierende und Lehrer, die aktuell von Frau Schwarzenberg organisiert wird. Für einen Kostenbeitrag von 10,- Euro können Interessierte an zwei gemeinsamen abendlichen Theaterbesuchen teilnehmen. Termine werden in der Regel zwei Wochen vorher per Aushang bekanntgegeben.

 

Projektkurse:

Im Rahmen der neuen Prüfungsordnung finden erstmals Projektkurse am Ruhr-Kolleg statt, die über zwei Semester laufen und die Erstellung eines Produktes bzw. einer Präsentation zum Ziel haben. Im Fach Biologie widmet sich beispielsweise ein Projekt dem Thema „Wald“.

 

RK Radio heißt das neue Internetradio-Projekt am Ruhr-Kolleg. Neun Studierende des 4. Semesters nehmen an diesem interessanten Projekt zum Anhören teil. Ziel ist es,  regelmäßig einen Mix aus Informationen und Unterhaltung von Studierenden für Studierende anzubieten. Zunächst sammeln die Studierenden im Rahmen eines Projektkurses Erfahrungen mit dem Medium Radio, seinen spezifischen Inhalten und Darstellungsformen und entwickeln darüber hinaus Kompetenzen nicht nur in sprachlicher, sondern auch in organisatorischer und technischer Hinsicht. So setzen sich zwei Studierende mit dem Thema EVAG auseinander und haben dazu bereits den Pressesprecher der VIA-Verkehrsgesellschaft, Nils Hoffmann, interviewt. Die Beiträge des PK Radio sind auf der Homepage der Schule nachzuhören.

In der Pfingstwoche macht der LK Geschichte wieder eine Studienfahrt nach Berlin.

 

Das Ruhr-Kolleg nimmt im Sommersemester Kontakt zur Essener Schulberatungsstelle auf und bietet nun regelmäßige Beratungstermine eines Schulpsychologen im Hause an.

 

 

2013

 

Spendenaktion für Haiti:

2010 zerstörte ein schweres Erdbeben weite Teile der Insel Haiti.
Noch heute leiden die Menschen unter den Folgen der Katastrophe.
Der Studierender Christian Reith aus dem 4. Semester betreibt Aufbauhilfe auf Haiti, bei der ihn die Studierenden des Ruhr-Kollegs finanziell unterstützen möchten. Nach einem erfolgreichen Kuchenverkauf der Klasse 2b auf dem letzten Schulfest setzen die Studierenden ihre Spendenaktion mit einem monatlich stattfindenden Kuchenverkauf fort. Den Anfang macht die Klasse 1a. Sie verkauft selbstgebackene Kuchen im Foyer der Schule und spendet den Erlös an die Haiti-Hilfe des Ruhr-Kollegs.

 

Der LK Geografie von Herrn Vieten macht im 5. Semester eine Exkursion nach Duisburg-Marxloh. Die Studierenden haben Fragebögen entwickelt und wollen sich durch Befragung der Einwohner selbst ein Bild über die Stadtentwicklung in einem sogenannten Problemstadtteil machen. Neben der Polizeiwache steht auch eine Moschee auf dem Besuchsprogramm.

 

 

Jeden zweiten Mittwoch im Monat ist das Ruhr-Kolleg nun auch im BildungsPunkt der Stadt Essen am Kennedyplatz 5 vertreten, um Interessierte über die Möglichkeiten beraten, als Erwachsene das Abitur nachzuholen. Zum Nachlesen zu Hause gibt es auch die Broschüre des BildungsPunktes der Stadt Essen.

 

Um das Ruhr-Kolleg noch besser nach außen sichtbar zu machen, hat sich im Kollegium eine PR-Gruppe gebildet, zu der aktuelle Frau Kreft, Frau Schwarzenberg, Frau Kloweit und Frau Hartmann gehören. Sie schreiben Zeitungsartikel, erarbeiten Rundfunk-, Fernseh- und Internetradiobeiträge und versenden Informationsmaterial an verschiedene Einrichtungen in Essen und Nachbarstädten.

 

Herr Tonn (Englisch/Deutsch), selbst leidenschaftlicher Sänger und Musiker, hat eine Schulband ins Leben gerufen, die regelmäßig probt und an Abiturfeiern und auf dem alljährlichen Sommerfest ihr Können unter Beweis stellt.

 

 

2014

 

2015

Dieses Jahr steht im Zeichen der Flüchtlinge. Durch das u.a. von Frau Kreft aufgebaute Netzwerk zwischen Schule und Integrationszentrum konnte die Schule durch Einführung von integrativen Vorkursen zahlreichen Flüchtlingen die Möglichkeit des Schulbesuches an unserer Schule ermöglichen. So wurde unter großer Mithilfe des Kollegiums ein geregelter Schulunterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik für die  Flüchtlingen schulintern vorbereitet und dann auch in Art eines Vorkurses eingeführt.

Darüber hinaus spendeten u.a. unsere Studierende Hefte und Schreibmaterial für die Flüchtlinge und die Schule besorgte zusätzlich notwendiges  Unterrichtsmaterial.

Als besonders gelungen wurde in diesem Jahr der Projektkurs des Faches Biologie "Was ist Wald?" von den Studierenden bezeichnet, mehr unter Aktuelles.

Als Studienfahrt bleibt wohl die semesterübergreifende Exkursion nach Paris den 28 teilnehmenden Studierenden gut in Erinnerung.

Weiterhin standen auch dieses Jahr wieder die Termine der "Theater-Geh-AG " unter der Leitung von Frau Schwarzenberg ( z. B.Frankenstein" Deutschsprachige Erstaufführung von Nick Dear nach dem Roman von Mary Shelley, Deutsch von Corinna Brocher ) im Grillo -Theater auf dem Terminkalender der Studierenden.

 

2016

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat am Montag (13.6.) das Zertifikat des Projektes "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ("SORSMC")" an das Ruhr-Kolleg Essen überreicht. Die Schule wurde für ein tolerantes Miteinander im Schulalltag und verschiedene Projekte gegen Rassismus ausgezeichnet. Als Pate des Projektes freute sich Kufen besonders, dieses Zertifikat an eine Essener Schule übergeben zu können: "Ich wünsche mir, dass sich alle Schulen ein Beispiel an Ihnen nehmen. Der Weg zu einer toleranten Gesellschaft, die völlig frei ist von Rassismus und Vorurteilen ist gewiss noch lang und schwierig. Aber er ist zu schaffen, da bin ich mir sicher. Lassen Sie uns als Stadtgesellschaft zusammenarbeiten und gemeinsam gegen Ressentiments und Fremdenfeindlichkeit vorgehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle davon profitieren werden."

 

"Die Gegenwart des Vergangenen" hieß der Projektkurs des Geschichtskurses unter der Leitung von Frau Bessen. Die Aufgabe war es, den Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen , ein Gesicht zu geben, deren Bild man im Gedächtnis behält.

Ziel all der Mühen dieses zu einem Team zusammengewachsenen Kurses war es, den ausfindig gemachten Personen einen Stolperstein zu widmen. Auf einem 10x10cm großen Stein mit einer Messingplatte werden die wesentlichen Punkte ihres Leidenswegs eingraviert und vor ihrer damaligen Lebensstätte in den Boden eingelassen.

In diesem Jahr ging Frau Welzel ( Mathematik und Erdkunde ) in den "Unruhestand", wie sie ihre neue Freizeit nannte.

 

 

2017

Auch in diesem Jahr geht das Ruhr-Kolleg mit gutem Beispiel voran und bietet wiederum einen Vorkurs für Flüchtlinge an, in dem die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten werden. Desweiteren beginnen wir mit zwei Erstsemesterklassen das folgende Sommersemester 2017.