Merkblatt zur Gesamtqualifikation Allgemeine Hochschulreife am Kolleg (Grundlage: APO-WbK vom 23. Februar 2000, in der derzeit gültigen Fassung)

 

 

Der Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife ist an die Gesamtqualifikation gebunden. Diese besteht aus

 

Block I:                                              Zulassung zur Abiturprüfung

Block II:                                            Abiturprüfung.

 

 

Block I: Zulassung zur Abiturprüfung

 

1. Zulassungsbedingungen

Es werden die folgenden fünf Voraussetzungen geprüft:

·         Einführung in die zweite Fremsprache, Abschluss mit mindestens ausreichend (5 Notenpunkte)

·         Belegung von jeweils 30 Semesterwochenstunden in den Semestern 3 bis 6

·         Belegung von mindestens 28 anrechenbaren Pflichtkursen (20 Grundkurse und 8 Leistungskurse, kein Kurs mit null Punkten in den Pflichtkursen)

·         Feststellung der Defizite:

28 - 32 Kurse (d.h. 8 Leistungskurse und 20 – 24 Grundkurse aus den Semestern 3 bis 6): maximal 6 Defizite, darunter höchstens 3 in den Leistungskursen

33 – 34 Kurse (d.h. 8 Leistungskurse und 25 – 26 Grundkurse aus den Semestern 3 bis 6): maximal 7 Defizite, darunter höchstens 3 in den Leistungskursen

·         In den anzurechnenden Grund- und Leistungskursen müssen mindestens 200 Punkte erreicht sein.

 

      2. Anrechenbare Kurse

     Bei der Zulassungsberechnung zur Abiturprüfung gehen folgende Pflichtkurse ein:

·         die 8 Leistungskurse, die in vier Semestern der Qualifikationsphase (Semester 3 bis 6) belegt worden sind; die Kurse aller vier Semester (Semester 3 bis 6) des dritten und vierten Abiturfaches

·         außerdem, wenn nicht bereits Abiturfach, je 4 Kurse in den aufeinanderfolgenden vier Semestern 3 bis 6 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprache (am Ruhr-Kolleg: Englisch).

·         außerdem 6 Grundkurse aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld (II), wenn nicht ein Leistungskurs aus dem Aufgabenfeld II stammt.

·         außerdem 4 Kurse aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld (III), davon mindestens zwei Kurse einer Naturwissenschaft aus dem Aufgabenfeld III.

     Grundsätzlich gilt für die Anrechenbarkeit von Kursen, dass nur Kurse anrechenbar sind, 

     die in mindestens zwei aufeinander folgenden Semestern belegt worden sind und die mit

     mindestens einem Punkt abgeschlossen sind.

 

     Der Projektkurs kann im Umfang von zwei Semesterkursen im Grundkursbereich auf die

     Gesamtqualifikation angerechnet werden. Es müssen beide Semesterkurse eingebracht 

     werden. Er wird in der Regel in doppelter Wertung der Abschlussnote in die

     Gesamtqualifikation eingebracht.

 

      3. Zulassungsberechnung

      Die Berechnung der Zulassung erfolgt unter Maßgabe folgender Vorgaben:

·         Die Notenpunkte der Leistungskurse werden doppelt gewertet.

·         Die Leistungen aus den Grundkursen werden in einfacher Wertung angerechnet.

·         In den anzurechnenden Grund- und Leistungskursen müssen mindestens 200 Punkte erreicht sein, höchstens sind 600 Punkte erreichbar.

·         Berechnungsbeispiel:

Eingebracht werden die 8 Leistungskurse und die 20 Pflichtgrundkurse = 28 anrechenbare Mindestpflichtkurse, kein Defizit, kein Kurs mit null Punkten, alle Kurse sind mit 5 Punkten abgeschlossen worden.

 

1. Schritt: Berechnung der Gesamtpunktzahl (P)

Gesamtpunktzahl (P): Addition der Punkte der Pflichtkurse zu einer

                                   Gesamtpunktzahl (Leistungskurspunkte zählen doppelt   

                                   Grundkurspunkte einfach)

      Leistungskurse (8x5P)          40 Punkte x 2 =                                       80  Punkte

      Grundkurse      (20x5P)                                                                        100 Punkte

                                                                                                                   180 Punkte

 

     2. Schritt: Feststellung der Anzahl der Semesterergebnisse (S)

     Beispiel für 28 Pflichtkurse: S = 36 (20 Grundkurse + 2 x 8 Leistungskurse (doppelt

                                                               gewichtete Fächer zählen auch doppelt))

 

     3. Schritt: Ermittlung des vorläufigen Gesamtergebnisses

·         Berechnung der Durchschnittspunktzahl:  P  :  S, d.h. 180:36 = 5 Punkte

·         Formel zur Berechnung des Gesamtergebnisses: E I = (P:S) x 40

                            Dabei sind:

                 E I    =       (Gesamt-)Ergebnis Block I

                 P       =       Erzielte Punkte in den eingebrachten Fächern in vier Semestern

                 S       =        Anzahl der Semesterergebnisse

                Beispiel:

                (180:36) x 40 = 200 Punkte

                Defizite müssen jeweils mit entsprechend höheren Punktzahlen ausgeglichen

                werden oder es müssen mehr als 28 Pflichtkurse eingebracht werden, um die

                Mindestpunktzahl von 200 Punkten im Block I zu erreichen..

·         Solange noch ein weiterer anrechenbarer Kurs vorhanden ist, der über der bisher ermittelten Punktzahl liegt, und solange die Maximalzahl von 34 anrechenbaren Kursen nicht erreicht ist, werden die folgenden Schritte durchlaufen:

o   Einbringung eines weiteren anrechenbaren Kurses, der am weitesten über der bisher ermittelten durchschnittlichen Punktzahl (P : S)liegt.

o   Neuberechnung der Gesamtpunktzahl P durch Addition der jeweiligen zusätzlichen Punkte zur bisherigen Punktzahl

o   Neuberechnung der Semesterergebnisse S durch Addition eines weiteren S

o   Neuberechnung der Durchschnittsnote P : S

o   Neuberechnung der Gesamtpunktzahl EI = (P : S) x 40

·         Ein nicht ganzzähliges Ergebnis wird mathematisch gerundet

 

4. Nichtzulassung

Studierende, die nicht zur Abiturprüfung zugelassen werden, können im Rahmen der Höchstverweildauer bis zu zwei Semester wiederholen. Die Höchstverweildauer zur Erreichung der Allgemeinen Hochschulreife beträgt acht Semester. Ein Semester kann nur einmal wiederholt werden. Bei Wiederholung eines Semesters werden die Leistungsbewertungen des vorherigen Durchgangs unwirksam.

 

 

Block II: Abiturprüfung

 

·         Die Abiturprüfung findet in vier Fächern statt und zwar in den beiden Leistungsfächern und in zwei Grundkursfächern. Die beiden Leistungskursfächer und ein Grundkursfach (1. – 3. Abiturfach) sind schriftliche Abiturfächer; das zweite Grundkursfach (4. Abiturfach) ist das mündliche Abiturfach.

 

·         Im Abiturbereich müssen mindestens 100 Punkte erreicht sein, es sind höchstens 300 Punkte erreichbar.

 

·         Mindestens in zwei Prüfungsfächern, darunter in einem Leistungskursfach, müssen im Abiturbereich mindestens 25 Punkte erreicht werden.

 

·         Jede Prüfungsnote wird fünffach gewertet. Bei einer Mindestpunktzahl von 5 Punkten ergibt sich folgende Berechnung:

 

                  2 Leistungskurse            je 5 Pkte.  x  5  =  25 Punkte  =   50 Punkte

                  2 Grundkurse                 je 5 Pkte.  x  5  =  25 Punkte  =   50 Punkte

                                                                                                            100 Punkte

·         Mündliche Prüfungen im ersten bis dritten Abiturfach sind anzusetzen,

o   wenn die Ergebnisse in den schriftlichen Abiturarbeiten sich um vier oder mehr Punkte der einfachen Wertung von dem Durchschnitt der Punkte unterscheiden, die die Studierenden in dem jeweiligen Prüfungsfach in den Semestern 3 bis 6 erreicht haben (Abweichprüfungen),

o   wenn das Bestehen der Abiturprüfung gefährdet ist (Bestehensprüfungen):

-       mindestens 100 Punkte im Abiturbereich,

-       mindestens im Abiturbereich in zwei Prüfungsfächern 25 Punkte, darunter in einem Leistungskurs.

·         Werden Studierende in mehreren Fächern aus dem Bereich 1. – 3. Abiturfach mündlich geprüft, bestimmen sie die Reihenfolge der Prüfungen. Sie müssen ihren Wunsch spätestens am zweiten Schultag nach Bekanntgabe der Prüfungsfächer schriftlich der Schule mitteilen.

·         Sind weder Abweichprüfungen noch Bestehensprüfungen im 1. bis 3. Abiturfach erforderlich, können sich die Studierenden zur Verbesserung der Abiturnote freiwillig zur mündlichen Prüfung melden. Sie müssen ihren Wunsch spätestens am zweiten Schultag nach Bekanntgabe der Prüfungsfächer schriftlich der Schule mitteilen. Aus besonderen Gründen ist ein Rücktritt bis zum Beginn der mündlichen Prüfung möglich.

·         Wird im ersten bis dritten Abiturfach sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft, wird das Endergebnis im Verhältnis von 2 (schriftlich) zu 1 (mündlich) aus den Ergebnissen der beiden Prüfungsteile gebildet.

·         Eine mündliche Prüfung im ersten bis dritten Abiturfach wird nicht angesetzt oder nicht mehr durchgeführt, wenn aufgrund der vorliegenden Ergebnisse im Abiturbereich auch bei Erreichen der Höchstpunktzahlen das Bestehen des Abiturs nicht mehr möglich ist. Die Abiturprüfung gilt in diesem Fall als nicht bestanden.

 

 

Gesamtpunktzahl

 

Die Gesamtpunktzahl in Block I wird mit der Gesamtpunktzahl in Block II addiert. Anhand der Tabelle kann die Abiturdurchschnittsnote ermittelt werden.

 

 

plan

 

 

 

 

Rücktritt und Versäumnis

 

Die Studierenden können von der Abiturprüfung vor Beginn der schriftlichen Prüfung zurücktreten.

 

Treten Studierende nach Beginn der schriftlichen Prüfung von der Prüfung zurück, gilt die Prüfung als nicht bestanden.

 

Nehmen Studierende an der gesamten Abiturprüfung oder an einem Teil der Prüfung aus von ihnen nicht zu vertretenden Gründen nicht teil, können sie die gesamte Prüfung oder den noch fehlenden Teil der Prüfung nachholen. Über eine Prüfungsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen ist unverzüglich ein ärztliches Attest vorzulegen.

 

Prüfungsleistungen, die Studierende aus von ihnen zu vertretenden Gründen versäumen, werden wie eine ungenügende Leistung bewertet.

 

 

 

Wiederholung der Abiturprüfung

 

Eine nichtbestandene Abiturprüfung kann nach Ablauf eines Semesters einmal wiederholt werden. In der Abiturprüfung erworbene Leistungsbewertungen werden unwirksam.

 

Studierende können im Rahmen der Höchstverweildauer auf Antrag zwei Semester wiederholen. In diesem Fall ist erneut über die Zulassung zu entscheiden. Die Leistungen des vorherigen Durchgangs werden unwirksam.